Kurzkonzept der Kita Löwenherz

Eine KITA für ALLE

Jedes Kind ist anders,
nur darin sind sich alle gleich!

Unser Konzept - hier erfahrt Ihr mehr über die Grundsteine unserer erzieherischen Arbeit, die Leistungen und Besonderheiten der Kita Löwenherz und den Weg, den jedes Kind im Laufe seiner Zeit im Löwenherz geht.


Unser Grundsatz ist:

 „Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung“ 

(Jean Piaget)

Die KITA Löwenherz e.K. arbeitet inklusiv in kleineren geschlossenen Jahrgangsgruppen. Dies bedeutet, dass alle unsere Gruppen alters homogen sind. So können wir eine individuelle Tiefenförderung in allen Entwicklungsstufen gewährleisten. In unseren Kleingruppen werden auch im Bereich Krippe Kinder mit Behinderung oder von Behinderung bedroht betreut. Um zu Kind und Eltern eine gute Bindung aufzubauen haben wir nur geschlossene Gruppen, so sind die jeweiligen Ansprechpartner für Kinder, Eltern und Erzieher deutlich. Zu unserem Alltag gehört auch das gruppenübergreifende Arbeiten, um das Lernen von kleineren oder größeren in unserem Alltag einfließen lassen zu können. Durch ein hohes Maß an Empathie in der Zusammenarbeit sowie stetige Reflexion des eigenen Handelns werden alle in ihrem fachlichen Tun unterstützt, um für hohe Qualität in der pädagogischen Arbeit zu sorgen.

Jedes Kind wird anerkannt als aktiver Mitgestalter seiner Entwicklung und Bildung, das wesentliche Potential für seine kindliche Entwicklung steckt in jedem Kind selbst.  Wir sehen die Kinder als vollwertige menschliche Wesen mit ihrer eigenen Identität. Kinder sind Entdecker und Forscher, in denen viel schöpferische Kreativität steckt. Und Bewegung und Selbsttätigkeit sind der Motor einer stetigen Weiterentwicklung. Kinder sind soziale Wesen, die Ihre Gefühle auf viele verschiedene Arten ausdrücken. Sie brauchen Wohlwollen, Halt und Vertrauen von uns Erwachsenen.


Wir sehen Kinder in ihrer Einzigartigkeit, mit all ihren Gefühlen wie Freude, Angst, Wut, Trauer, ihren Bedürfnissen, ihren Träumen, ihrer Lebendigkeit, ihrer Neugierde und allem anderen, was ihr Wesen ausmacht. Das Akzeptieren der Kinder und auch uns selbst mit unseren Stärken und Schwächen ist die Voraussetzung um im Kindergarten einen Ort zu schaffen, in dem gemeinsames Leben und Lernen stattfinden kann. Aufgrund dieser Haltung, die so selbstverständlich ist wie irgendwas haben wir für unsere Kindertagesstätten ein Konzept nach dem Inklusionsansatz entwickelt.

Die Förderung von Heterogenität steht im Mittelpunkt vieler pädagogischer Überlegungen. Wenn Kinder mit Beeinträchtigungen allgemeine Einrichtungen besuchen, sind besonders Konzepte notwendig, die Unterschiede akzeptieren, Individualität unterstützen und für alle fruchtbar machen. Barrieren sind für Bildung und Teilhabe mehr als hinderlich und sollten abgebaut werden. Inklusion in unserem Hause gilt nicht allein für Menschen mit Beeinträchtigung  

–Inklusion gilt für JEDEN.

  • die gleiche Wertschätzung aller Kinder und Mitarbeiter
  • die Steigerung der Teilhabe aller Kinder an (und den Abbau ihres Ausschlusses von) Förder- und Lernmöglichkeiten, Kultur und Gemeinschaft
  •  die Weiterentwicklung von Kulturen, Strukturen und Praktiken in Einrichtungen, so dass sie besser auf die Vielfalt der Kinder und Jugendlichen ihres Umfeldes eingehen  
  •  den Abbau von Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Kinder, nicht nur solcher mit Beeinträchtigungen oder solcher, denen besonderer Förderbedarf zugesprochen wird
  • die Betonung der Bedeutung von Schulen und Kindertagesstätten dafür, Gemeinschaften aufzubauen, Werte zu entwickeln und Leistungen zu steigern 
    (Index of inclusion)

Eines vorweg: Es geht hier um einen gemeinsamen gelebten Alltag. Der Fokus der Gruppenpädagogen/innen liegt darauf, das Zusammenleben in einer Gruppe zu organisieren und möglich zu machen. Es geht in unserer pädagogischen Arbeit immer auch um die individuelle Förderung jedes Kindes. Uns ist wichtig, dass die Kita ein Lebensbereich ist, der sich nicht über das Vorliegen einer Behinderung definiert. Das Kind geht in die Kita,  weil es ganz normal ist,  dies zu tun. 


 

Unser Team bestehend  aus :

Heilerziehern, Erziehern, Krankenschwestern, Ergotherapeuten, Logopäden, Lerntherapeuten, Physiotherapeuten, Erzieherassistenten,  Sozialpädagogischen Assistenten, stehen explizit zur Förderung ALLER Kinder bereit.

 

Damit wird sicher gestellt, dass die besonderen Bedürfnisse jedes Kindes im Fokus stehen und die jeweiligen Interessen vertreten werden. Eine Aussonderung über exklusive Personalzuweisung wird vermieden, da sich das multiprofessionelle Team mit allen Kindern gleichermaßen beschäftigt. Weiterhin gewährleisten wir eine fachlich angemessene Betreuung durch unsere Fachkräfte,  indem alle entsprechend der besonderen Herausforderungen der einzelnen Kinder geschult werden. Im Idealfall erwerben alle Kollegen/innen Handlungskompetenz in Bezug auf ein Kind mit Behinderung oder anderen Beeinträchtigungen.

Hervorzuheben ist auch, dass Einrichtungen, die nach dem Inklusionskonzept vorgehen, allen Kindern Vorteile bringen, da diese durch vielfältige Methoden das Interesse wecken und erhalten, da es ihnen nicht einseitig um die kognitive Dimension geht, sondern der Schwerpunkt auch auf praktischen Erfahrungen, Selbsttätigkeit, Aktivierung und sozialem Lernen liegt (UNESCO 2005, S. 19 und23).

Seit 2008 arbeitet die KITA Löwenherz nach den standardisierten Kindergartenkonzepten Krippe, Elementar, Vorschule und Hort in geschlossenen Gruppen. Während dieser Zeit haben wir häufig unsere Arbeit reflektiert und sind zu dem Entschluss gekommen, dass unsere Arbeit noch optimiert werden kann. Wir halten an dem Konzept der geschlossenen Gruppen fest, um allen ein hohes Maß an Sicherheit zu bieten. Eltern und Kinder haben nach wie vor feste Ansprechpartner. Um wirklich individuell fördern zu können, möchten wir den Kindern Raum und Zeit geben, sich ungestört und ungebremst entwickeln zu dürfen. Dies bedeutet es werden in der KITA Löwenherz insgesamt sechs Gruppen betreut, die jeweils aus einem Jahrgang bestehen. Vorteil dieser konzeptionellen Veränderung ist, dass das Erzieherteam intensiver auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingehen können, da grob gesagt das was das einzelne Kind gerade beschäftigt auch im Weitesten die gesamte Gruppe beschäftigt.


Diese Konzeptidee ist entstanden, weil beispielsweise in der Krippe ein Großteil oft durch die Eingewöhnung neuer Kinder gebremst wurde. Oder die Arbeit von 0 bis 3 hat oft gezeigt, wie groß der Entwicklungsunterschied bei den 1- bis 3-Jährigen tatsächlich ist. Und auch die Themen mit denen sich die Kinder beschäftigen sind meist sehr verschieden. In der alters homogenen Gruppe beschäftigen sich die meisten Kinder mit dem Laufen lernen. Eines läuft vielleicht bereits ein anderes beginnt gerade aufzustehen, aber alles in allem beschäftigen sich alle mit dem Thema Laufen. Und jedes Kind kann dies in Ruhe in seinem Tempo tun. Es wird nicht gestört und andere werden in ihrer Entwicklung nicht gebremst.


Die einzelnen Gruppen werden in Zukunft aus höchstens 18 Kindern bestehen mit einem Personalschlüssel von 3 bis 4 Betreuern. Das Betreuerteam in der Krippe begleitet die Kinder 2 Jahre, dann wechselt die Gruppe geschlossen in den Elementarbereich. Nach drei Jahren wechseln die Betreuer ein weiteres Mal. Innerhalb dieser Modi haben auch die Erzieher die Möglichkeit in einen anderen Bereich zu wechseln. 

 

Warum wir einen potenziellen Vorteil in der Arbeit mit alters homogenen Gruppen sehen, liegt begründet:  


  • Raumgestaltung
  • der Gruppengröße und –konstanz
  • der Gruppenstruktur
  • dem ko-konstruktiven Lernens
  • dem Spiel der Kinder
  • den Bildungsangeboten
  • der Rolle der Fachkräfte
  • der Elternarbeit
  • dem Übergang in die Schule

Unsere Räume sind alle unterschiedlich ausgestattet immer am Jahrgang der Kinder orientiert. Bei der Wahl unserer Möbel, Materialien und Spielsachen richten wir uns nach den Bedürfnissen der Kinder, die sich in diesen Räumen aufhalten. Eine Überfüllung oder Übermöblierung ist daher nicht gegeben, weil sich nicht gleichzeitig drei verschiedene Jahrgänge dauerhaft in den Räumen aufhalten. Am Ende eines Kita-Jahres – im August – wechselt die gesamte Gruppe die Räumlichkeiten. Im Laufe der Zeit drückt jede Gruppe den neuen Räumen „ihren eigenen Stempel“ auf.

Wenn unsere Kinder bereits mit dem ersten Lebensjahr unsere Einrichtung besuchen verbringen die Kinder in unseren alters homogenen Gruppen bis zu sechs Jahre miteinander. Im besten Fall wechseln sie alle gemeinsam auch in dieselbe Grundschule. In die ersten Jahrgangsgruppen kommen in jedem Jahr ein paar neue Kinder hinzu. Die Zeit der Erzieher wird nun nicht mehr durch intensive Eingewöhnungen von Eltern und Kinder beansprucht; sie können sich sofort auf ihre pädagogische Arbeit mit der ganzen Gruppe konzentrieren.

Die Kinder in unseren alters homogenen Gruppen haben sehr ähnliche Bedürfnisse, Interessen, Kompetenzen, Entwicklungsbedarfe (vorsprachliche) Verständigungsformen.

 

Dies erleichtert den Aufbau von Beziehungen sowie das Miteinander spielen und das Lernen voneinander. Die Entwicklungsunterschiede in der frühen Kindheit sind viel größer als im Elementaralter. Der jeweilige Vorsprung liegt meist in der „Zone der nächsten Entwicklung“ (Lew Wygotski) und dies ermöglicht es den Kindern den nächsten Entwicklungsschritt dann besonders leicht nachzuvollziehen.


Sie lernen besser, wenn die jeweilige Entwicklungsaufgabe nur minimal über ihrem derzeitigen Kompetenzniveau liegt und sie sich an etwas kompetenteren Kindern orientieren können (Wygotski). So orientiert sich ein Baby eher an Krabbelkindern als an laufende Kinder. Zudem entstehen in alters homogenen Gruppen kognitive Konflikte, die diese selbst lösen müssen durch Beobachten, Experimentieren, Diskutieren usw. Dadurch entsteht ein Prozess des forschenden und entdeckenden Lernens. Im Spiel mit gleichaltrigen Kindern ist das Spiel eigenaktiv und entwickelt sich selbständig (keine älteren Kinder beeinflussen aufgrund ihrer bereits gemachten Erfahrungen den Fortgang des Spiels).

Es ist leichter für das Fachpersonal angeleitete Aktivitäten und Bildungsangebote anzubieten, da sich die Gruppen in einem vergleichbaren Entwicklungsstand befinden und ähnliche "Zonen der nächsten Entwicklung" (Wygotski) aufweisen. Kein Kind ist über einen längeren Zeitraum unter- oder überfordert. Unsere Bildungsangebote sind prinzipiell für alle Kinder in der Gruppe geeignet. Eine Individualisierung für besondere Kinder ist in alters homogenen Gruppen leichter möglich. Unseren älteren Kindern wird sehr viel Raum für die Selbstbildung und das ko-konstruktive Lernen in kleinen Gruppen gelassen, da sie schon viel mehr Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen können.

Unser Team kann sich auf die Entwicklungsanforderungen der jeweiligen Altersstufe voll konzentrieren. 

In Jahrgangsgruppen haben die Eltern ähnliche Fragen und Interessen, da ihre Kinder gleich alt sind. Sind beispielsweise in der Gruppe nur Zweijährige, beschäftigen sich alle Eltern mit der Sauberkeitserziehung und bei Fünfjährigen mit dem anstehenden Übergang in die Schule. Dies erleichtert die Planung von Elternangeboten, zu dem kennen sich die Eltern ggf. schon mehrere Jahre und haben ein vertrauensvolles Verhältnis zueinander.

In einer alters homogenen Gruppe mit Fünfjährigen befinden sich alle Kinder und Eltern in derselben Situation:  

Der Übergang von der Kindertageseinrichtung in die Schule steht bevor. Erzieher, Eltern und Kindern können sich voll und ganz auf den Übergang in die Schule konzentrieren mit allen bevorstehenden Fragen. Für Fünfjährige können schon recht anspruchsvolle Bildungsangebote gemacht werden, die durchaus 30 oder gar 45 Minuten dauern können. So wird die Konzentrationsfähigkeit der Kinder gesteigert. Es fällt ihnen nach der Einschulung dann leichter, sich an das System der Unterrichtsstunden anzupassen. Zugleich können sie besser mit Konkurrenz umgehen, da sie schon immer mit gleichaltrigen und hinsichtlich der kognitiven Leistungsfähigkeit ähnlich starken Kindern zusammen waren. Bei einer alters homogenen Gruppe mit Fünfjährigen wechseln meist alle Kinder gleichzeitig an die Grundschule - vielleicht sogar in dieselbe Klasse. Dies dürfte die Eingewöhnung erleichtern.

Innerhalb des Bildungswesens hat unsere Einrichtung einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag.  Ziel der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der KITA Löwenherz ist es, dass sich das Kind zu einer eigenständigen Persönlichkeit entwickelt. Hierfür braucht jedes Kind ein positives Selbstkonzept, so kann es neuartige aber auch schwierige Situationen allein meistern und als Herausforderung nicht als Problematik betrachten. Unterstützt wird das Selbstkonzept des Kindes durch Körper- und Bewegungserfahrung. 

Die Rahmenbedingungen einer psychomotorischen Förderung sind eine freundliche, vertrauensvolle Atmosphäre, Entscheidungsfreiheit (die Erzieher setzen nur Impulse), Wertschätzung, Rituale und gemeinsame Regeln sowie Bewegungsräume und Geräte und Materialien. Die Kinder sollen Zusammenhänge selbst entdecken, Erfahrungen sammeln durch Erproben und Experimentieren und so die Erfahrungen zu Erkenntnissen werden lassen. Mit dieser Veränderung entstehen auch verschiedene Zentren abgestimmt auf die Bedürfnisse der jeweiligen Entwicklungsphasen. Was nicht bedeutet, dass wir uns speziell nur mit einem Thema beschäftigen.


In der Krippe I entsteht ein Eingewöhnungszentrum, welches sich auf den Beziehungsaufbau zu Kindern und Eltern spezialisiert und Eltern und Kindern Zeit und Raum gibt ohne andere in ihrem Fortkommen zu blockieren. Wichtig ist das Erlangen eines starken emotionalen Halts für die Eltern & Kinder.

„Ich bin, was man mir gibt.“  

Das Gefühl des Ur-Vertrauens bezeichnet Erikson (1973) als ein „Gefühl des Sich-Verlassen-Dürfens“(ebenda: 62).

Hierzu ist das Kind auf die Verlässlichkeit der Bezugspersonen angewiesen. Das Erfüllen der Bedürfnisse nach körperlicher Nähe, Sicherheit, Geborgenheit, Nahrung etc. ist von hoher Wichtigkeit, um ein gesundes Verständnis von Vertrauen zu entwickeln.

 

In der Krippe II liegt der Fokus auf Entstehung eines positiven Selbstkonzepts durch viel Zutrauen und Vertrauen zueinander. „Ich bin, was ich will.“ Erikson bezeichnet dieses Stadium als „entscheidend für das Verhältnis zwischen Liebe und Hass, Bereitwilligkeit und Trotz, freier Selbstäußerung und Gedrücktheit“. Beschrieben wird die zunehmende Autonomieentwicklung des Kindes und ihre Bedeutung für die Manifestierung eines positiven Selbstkonzeptes bzw. einer Identität. Die Bedingung für Autonomie wurzelt in einem festen Vertrauen in die Bezugspersonen und sich selbst, setzt also die Bewältigung der Phase „Vertrauen versus Misstrauen“ voraus. Das Kind muss das Gefühl haben, explorieren oder seinen Willen durchsetzen zu dürfen, ohne dass dadurch der erworbene „Schatz“ des Vertrauen-Könnens und Geborgen-Seins in Gefahr gerät.


Akzeptanz des SOSEINS

 

In der Krippe III ist geprägt von den Bereichen Spracherwerb und Persönlichkeitsentwicklung. „Ich und die Welt und die Welt bin Ich.“ Hier werden Rollenspiele zu wahren Theateraufführungen. Der Sinn für das ICH im Umfeld des Kindes wird geprägt durch Themen wie: Ich und mein Körper, ich und meine Familie, ich und meine Freunde, ich und mein Stadtteil usw. Besondere Wichtigkeit erhalten bei uns die Themen Bewegung-Natur-Sprache. Schon von Beginn an! Unsere Krippenkinder profitieren vom Pikler Bewegungskonzept– autonome Bewegungsentwicklung.

 

In der Elementar I spezialisiert sich darin, die Kinder in ihrer Eigenmotivation zu unterstützen. Durch dargebotene Materialien und gezielt gewählte Angebote sollen die Kinder ab 3,5 die Möglichkeit erhalten nach Neigungen eigenständig aus einer Vielzahl von Angeboten zu wählen. Unter anderem nutzen wir das Bewegungskonzept von E. Hengstenberg, um die Kinder in ihrer Eigenmotivation und Ausdauer zu stärken.

Die Regeln bei Hengstenberg lauten:

1. Barfuß nutzen

2. 60 Minuten NICHT einschreiten

3. Jedes Kind macht nur was es möchte und kann

 

In der Elementar II machen wir uns diesen Kompetenzerwerb zu nutze und geben dem Forscher und Entdeckerdrang der Kinder freien Lauf. Bewegung und Natur spielen hier eine große Rolle. Soziale Kompetenz und Eigenständigkeit sowie Selbstbewusstsein, Toleranz und das Einstehen für sich und andere nehmen großen Raum ein.

 

In der Vorschule wird sich weiter mit dem Forscher und Entdeckerdrang der Kinder auseinandersetzen. Wichtiger Bestandteil wird hierbei zusätzlich das Thema Schule werden. Hierbei arbeiten wir eng mit der Vorschule Rönnkamp und Frohmeschule zusammen.

 

Die Themen Bewegung und Natur machen mindestens 50 % der Vorschularbeit aus. Auch sollen die Kinder ihre erworbene Selbsttätigkeit hier komplett nutzen. Durch begleitete Freiräume wollen wir die Kinder stärken sich im offenen Konzept der Schule gut zu Recht zu finden. Sie lernen mit ihren Freiräumen gezielt umzugehen, sich Hilfe zu holen und für sich und andere einzustehen.

„An Mamas Hand gehen üben? Besser nicht, denn jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo, und es ist gar nicht sinnvoll, Entwicklungsprozesse beschleunigen zu wollen.“ Darum lassen wir den Kindern die Zeit die sie brauchen und besonders nutzen wir die Pflege der Kleinen zur ersten Kommunikation und zum Bindungsaufbau. So können die Kinder sich zufrieden und selbstbewusst entwickeln. Emmi Pikler vertrat die Ansicht, die Persönlichkeit eines Kindes können sich dann am besten entfalten, wenn es sich möglichst selbstständig entwickeln darf.


Aufgabe der Erwachsenen sei es, dem Kind Geborgenheit in sicheren, stabilen Beziehungen zu vermitteln und seine Umgebung so zu gestalten, dass das Kleinkind entsprechend seinem individuellen Entwicklungsstand selbstständig aktiv werden kann. Daher umfassen die vier Prinzipien der Pikler-Pädagogik: Respekt vor der Eigeninitiative des Kindes und die Unterstützung seiner selbstständigen Tätigkeit, Unterstützung einer stabilen persönlichen Beziehung des Kindes zu relativ wenigen, aber vertrauten Bezugspersonen, das Bestreben, dass sich jedes Kind angenommen und anerkannt fühlt, die Förderung des optimalen körperlichen Wohlbefindens und der Gesundheit des Kindes.


Um das zu erreichen, sind nach der Pikler-Pädagogik insbesondere drei Aspekte wichtig: die Pflege, die als behutsame körperliche Versorgung und als Kommunikation mit dem Kind geschieht und immer darauf achtet, dass das Kind nach eigenem Wunsch beteiligt wird, die Bewegungsentwicklung, die das Kind aus eigenem Antrieb und nach eigenem Rhythmus macht, ohne die lenkenden und beschleunigenden Eingriffe des Erwachsenen, und das Spiel, das frei und ungestört in einer geschützten, altersgemäß ausgestatteten Umgebung stattfindet.

Vom „Freien Spiel“ zum „Ernst des Lebens“… Die Vorschularbeit hat zwar einen gesonderten Stellenwert in unserer Kita. Aber die eigentliche "Vorschularbeit" beginnt für uns bereits mit dem Eintritt des Kindes in den Kindergarten, jedoch benötigen die Kinder im Vorschulalter andere Aktionen und Anforderungen als die kleinen Kinder.


Im Mittelpunkt der Vorschularbeit steht die gezielte Förderung in verschiedenen Lernbereichen wie z.B.: 


  • Sachgemäßer Umgang mit Arbeitsmaterial
  • benutzte Gegenstände aufräumen
  • Selbstständigkeit bei Tätigkeiten:
    • wie Tisch decken
    • abräumen
    • Tisch abwischen
    • Lappen auswringen
    •  mit großem Besteck essen usw. 
  • Sicherheit im Umgang mit Menschen
  • eigene Bedürfnisse ausdrücken und verbalisieren können
  • Beobachtungen mitteilen können
  • andere Personen beim Namen nennen
  • begrüßen und verabschieden
  • Fragen und Antworten
  • Spielregeln beachten und selbst Regeln aufstellen etc. 
  • Selbstständige Sorge für die eigene Person
  • sich an- und ausziehen können
  • sich waschen
  • Zähneputzen, essen und trinken etc. 
  • Verkehrsgerechtes Verhalten als Fußgänger (Rollerfahrer, Radfahrer)
  • erkennen der Farben rot, gelb, grün und blau
  • erkennen der Formen Kreis, Quadrat, Rechteck, Dreieck
  • unterscheiden räumlicher Ortungsbegriffe (oben - unten, links - rechts, vorn - hinten, nah - fern, zwischen)
  • unterschiedliche Geschwindigkeiten einschätzen können
  • eine Straße sicher überqueren können usw.
  • Entscheidungsfähigkeit
  • etwas Begonnenes eine zeit lang fortführen 
  • Bereitschaft Hilfe zu geben und anzunehmen
  • sich nicht ungebeten in die Tätigkeit eines Anderen einmischen
  • Bewältigung von Spannungen und Konflikten
  • versuchen selbstständig Konfliktlösungen zu finden 


Information zur Sexualität:  

  • Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen
  • Schwangerschaft
  • Beziehung zwischen Mann und Frau
  • richtige Benennung der Körperteile


Sprachförderung:

  • in ganzen Sätzen sprechen
  • Fragen stellen, zuhören können ohne zu unterbrechen
  • erzählen
  • Stimmen und Geräusche unterscheiden usw. 


Mathematische Grundkenntnisse: 

  • bis zehn zählen können
  • Mengen erfassen und benennen
  • mehr - weniger

In Bezug auf Elternarbeit arbeiten wir von Beginn an sehr transparent und offen. Eltern werden von uns als sorgenvolle Eltern wahr und ernst genommen und immer genau dort abgeholt wo sie stehen. Partizipation der Eltern ist gewünscht und gewollt. Wir sehen unsere Elternarbeit als wichtigen Bestandteil in der Förderung der Kinder. Aus diesem Grund bauen wir eine Erziehungspartnerschaft auf, die sensibel darauf Bedacht ist, dass die Eltern als die Experten ihrer Kinder betrachtet werden. Die Aufnahme eines Kindes erfordert ein planvolles Vorgehen und viele Absprachen zwischen Eltern und Kindertagesstätte. Von der Gestaltung des Übergangs von der Familie in unsere Betreuung hängt entscheidend ab, ob sich Eltern und Kind gut einleben. Nur so kann sich zwischen Eltern und Erziehern/innen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickeln. 


Beim Aufnahmegespräch wird die Leitung auf die Wichtigkeit einer schrittweisen Eingliederung hinweisen und mit den Eltern Lösungen durchsprechen. Die Aufnahme sollte so gestaltet werden, dass allen Beteiligten Zeit bleibt, sich in die aktuelle Situation hineinzufinden und neue Beziehungen allmählich aufzubauen. In dieser Eingewöhnungsphase sollen Kind und Eltern eine Beziehung zu ihren neuen Bezugspersonen aufbauen. In der Regel geschieht dies in Anwesenheit eines Elternteils in der Gruppe. Das Kind erhält durch Anwesenheit des Elternteils seine Sicherheit und die Bezugspersonen können im Gespräch viel über die Gewohnheiten und Bedürfnisse erfahren. Für diese Phase sollten die Eltern genügend Zeit einplanen. Zudem erhalten die Eltern einen Einblick in unsere pädagogische Arbeit.

 

Was ist ein Projekte-/ Elterninfoordner ?  

Was kann ich mir darunter vorstellen?

Wie wird damit Transparenz gleichermaßen für Kollegen/innen, Eltern und Kinder hergestellt?


Diese Ordner sind teil unseres Qualitätsmanagements. Die Projekte werden dokumentiert im Ordner sowie an der Dokumentationswand der jeweiligen Gruppen. Wiederum finden wahrnehmende Beobachtungen innerhalb der Projekte statt, die dann in den Teamsitzungen reflektiert werden. Die Dokumentation im Ordner verbleibt für Eltern,  Kinder und Erzieher und können jederzeit eingesehen werden.


Einbeziehung der Kinder: Die Kinder planen selbst die Themen.

Einbeziehung der Eltern: Die Eltern haben z.B. ein Reisebüro und bieten der Gruppe einen Besuch an. Oder Eltern arbeiten am Flughafen, Hafen oder Bahnhof.

Wenn das Personal ernst und wahrgenommen wird und das Team ein hohes Maß an Loyalität zueinander hat, welche auf ehrliche Kommunikation und Vertrauen basiert, findet auch positive und gute Zusammenarbeit statt. Diese wiederum begründet eine qualitative und innovative pädagogische Arbeit, welche den Kindern zu Gute kommt und am Ende auch für die Zufriedenheit der Eltern sorgt. Daher arbeiten wir in erster Linie an uns selbst.

 

Monatliche Dienstbesprechungen dienen allein der Organisation und Absprache unter allen Kollegen sowie der Planung aller Kita Aktivitäten. Zusätzlich treffen sich die Kleinteams zu einer 1-stündigen Reflexionsrunde einmal die Woche. Grundlage zu diesen Reflexionsrunden stellen die wahrnehmenden Beobachtungen. Aber auch zwischenmenschliche Belange werden hier reflektiert. Diese Sitzungen werden in einem Ordner abgelegt, der zugänglich für das gesamte Team gemacht wird. Alle 3 Monate findet eine große Reflexionsrunde (Supervision) unterstützt durch eine Supervisorin zu vorher vom Team festgelegten Themen statt. 


Themen bisher waren:

Persönliche Grenzen, Dominanz und Zurückhaltung, direkte und offene Kommunikation. 

 

Zur Verbesserung des Informationsflusses treffen sich unsere Kollegen zu Beginn der Woche, um alle alltäglichen Dinge der Woche (Krankmeldungen, Einkäufe, Projektvorhaben, etc.) zu besprechen. Und um als Vertretungskraft besser informiert zu sein, arbeiten alle Gruppen mit einem Projekteordner. Dieser Ordner ist für alle frei zugänglich (Vertretungen, Kinder, Eltern sowie auch Eltern, die sich für unsere Kita interessieren). Somit geben wir unserer Arbeit eine hohe Transparenz.